ICANN schanzt Verisign Kontrolle ueber die .COM TLD zu.
In einem sehr kontrovers diskutierten und unerwarteten Schachzug spielt ICANN dem Registrar Verisign die Kontrolle ueber die wohl wichtigste Top Level Domain .COM zu, unter Umgehung des sonst ueblichem Prozedere - dazu noch mit einem Vertrag, der Verisign nicht nur eine quasi Lizenz zum Gelddrucken auf Jahre hinweg sichert , sondern lt. allgemeiner Spekulation auch die Kontrolle der USA ueber das Internet sichern soll.
Verisign werden sehr enge Kontakte zur Bush Administration nachgesagt, das Abtreten von .com durch die amerikanisch dominierte ICANN an Verisign solle den Ambitionen der UN, die Machtposition der USA im Internet zu entschaerfen, gewaltige Steine in den Weg legen. Zyniker meinen, man musste .com an ein Privatunternehmen abgeben, damit eine eventuell UN freundlichere US Regierung nach Ende von G.W. Bushs 2. Amtszeit nicht vielleicht doch noch den Forderungen der UN nach Gewaltenteilung im Internet nachgeben koennte.
Offen bleibt die Frage, ob dieses Geschenk an Verisign auch fuer Besitzer von .COM Domains selber Auswirkungen haben wird. Vertraglich stehen Versign nun alle Freiheiten in der Preisgestaltung zu. Ob sich daraus nun jedoch Preiserhoehungen ergeben werden, oder ob sich damit nun alte Probleme wie das recht verfahrene Anfechtungsverfahren bei Domainstreitigkeiten unter Verisigns Fittichen verbessern wird, das bleibt mal wieder abzuwarten.
Zumindest muss man zugeben, das Verisign wenigstens kein Neuling im Registry Geschaeft ist, neben der Kotrolle ueber .com war Verisign bereits seit Jahren (seit Uebernahme der Network Solutions) in diesem Bereich taetig und z.B. erst kuezlich als Registry fuer .net durch die ICANN erneut wiedergewaehlt worden. Interessanterweise wurde aber auch dort schon ueber Mauscheleien getuschelt... (Die Komission zur Vergabe der .net TLD war wohl nicht ganz so unparteiisch, wie sich das so mancher Aspirant und Mittbewerber auf das lukrative Geschaeft mit den Domaenennamen gewuenscht haette). Big Business eben. |